Anfertigung einer Friktionsfeder für Fichtel & Sachs Getriebenaben

Since products of Fichtel & Sachs were mainly distributed in German-speaking countries, this article is available in German only. However, if you are interested in this article translated to English or if you have any questions, please do not hesitate to contact me!


Einleitung

In dieser Anleitung beschreibe ich, wie du eine Friktionsfeder für Fichtel & Sachs Getriebenaben herstellen kannst.

Im Speziellen geht es um die Friktionsfeder 0113 100 000 für den Sperrklinkenträger einer Duomatic 102. Du kannst die Feder auf den Bildern unten oder auf dieser Teileliste identifizieren.

Verwendete Materialien
Verwendete Materialien

Solltest du eine andere Feder herstellen wollen, so musst du selbstverständlich ggf. andere Materialien oder sogar andere Werkzeuge wählen.

Keine Lust zum Basteln?

Beim Ausprobieren und Verbessern der Fertigung sind natürlich auch ein paar sehr schöne Federn entstanden. Kontaktiere mich einfach, wenn du Interesse an einer fertigen Feder hast.

Materialien

Ich habe mit folgenden Werkzeugen gute Erfahrungen gemacht. Natürlich kannst du hier variieren, sollte dir etwas geeigneter vorkommen oder falls du ein bestimmtes Werkzeug nicht zur Hand hast.

  • Kombizange
  • Wasserpumpenzange
  • Seitenschneider
  • Stecknuss für 11 mm (M7)

Und als Werkstoff:

  • Federstahldraht, rund, ø1.2 mm, 10 cm pro Feder
Verwendete Materialien

Vorgehen

Wir werden den Stahl kalt verarbeiten, um seine Eigenschaften so wenig wie möglich negativ zu beeinflussen. Außerdem empfiehlt es sich, den Draht nur ein Mal zu biegen. Je stärker er gebogen wird, desto mehr verliert er seine Federeigenschaften und kann schnell brechen.

Achtung: Beim Schneiden springt der Draht gerne von der Zange weg. Am besten du hältst ihn fest oder zielst in eine sichere Richtung. Also: auf die Augen aufpassen. Es kann auch mit Handschuhen gearbeitet werden: wenn der Draht beim Biegen versehentlich umher schnippst, kann das auch etwas an den Händen weh tun.


Zuerst klemmen wir den Draht mit der Wasserpumpenzange an der Stecknuss fest. Dabei sollte das kurze Ende des Drahtes ein klein wenig an der Zange überstehen.


Nun wickeln wir den Draht ca. 1¼ mal um die Stecknuss herum.


Danach sollte unser Werkstück so (oder so ähnlich) aussehen:


Nun machen wir uns daran, das ungebogene Ende des Drahtes 90° vom Ring weg zu biegen. Hierzu nehmen wir das Ende des gebogenen Teils des Drahtes, direkt vor dem ungebogenen Teil des Drahtes, in die Kombizange und biegen den Draht so, dass er mit 90° die Zange verlässt. Es geht besser, den Draht statt mit den Fingern mit einer harten Unterlage zu biegen.


Das Werkstück sollte nun dem auf dem Foto ähneln:


Als nächstes prüfen wir den Umfang der Feder. Ein geeigneter Radius ist, wenn ihr Außenradius zirka dem Außenradius ihres Trägers entspricht.

Meine Federn waren nach dem Biegen immer ein klein wenig zu groß und ich habe sie mit vorsichtigem Zusammendrücken mit der Wasserpumpenzange aus zwei bis drei Richtungen etwas kleiner gemacht.


Die Feder sollte nun schon gut auf dem Sperrklinkenträger passen:

Um das auch direkt auszuprobieren, schneiden wir den überschüssigen Teil des Ringes ab.


Im Gegensatz zu heute üblichen Friktionsfedern, muss die Nase unserer Feder nun aber noch zusätzlich nach oben gebogen sein. Dazu nehmen wir den Draht komplett in die Wasserpumpenzange, so dass die bereits vorhandene 90° Biegestelle noch in der Zange ist und der ungebogene Teil des Drahtes gerade die Zange nach vorne verlässt. Auch hier biegen wir den Draht wieder 90° ab. Der ungebogene Teil des Drahtes sollte danach 5 mm neben dem Ring nach oben stehen.

Wir erhalten folgendes Resultat:


Sehr gut. Der letzte Schritt ist ganz einfach: Wir schneiden den Draht so ab, dass das nach oben stehende Teil 10 mm lang ist:


Beim Zusammenbau müssen wir natürlich noch etwas aufpassen, dass die Friktionsfeder wirklich in der dafür vorgesehenen Bohrung endet, sonst verbiegt oder bricht sie bei der Jungfernfahrt.


Solltest du Kritik oder Verbesserungsvorschläge haben, lass es mich wissen.

Gute Fahrt!